Warum Schafe unseren Schutz brauchen

Möchten Sie auch am liebsten nur noch mit Wolle von glücklichen Schafen stricken und häkeln?

Das GOTS-Siegel garantiert, dass unsere Wolle von Schafen kommt, denen es gut geht.

Bei konventionell hergestellter Wolle ist das nicht gewährleistet. Auch Garn von allerhöchster Qualität, wie aus Merinowolle, garantiert nicht automatisch, dass die Tiere ein gutes Leben haben – ganz im Gegenteil.

Konventionell gehaltene Merinoschafe müssen oft unvorstellbare Qualen erleiden:

  • Mulesing: 90% der feinen Merinowolle kommt aus Australien, wo dieses äußerst schmerzhafte Verfahren praktiziert wird. Um Fliegenmadenbefall zu vermeiden, wird es bei den meist noch kleinen Lämmern und zum großen Teil ohne Betäubung durchgeführt (aus: Wikipedia): "Während das Schaf fixiert ist, wird die After-Schwanz-Falte durch Entfernung eines v-förmigen Hautstücks im proximalen Schwanzdrittel gestrafft und der Schwanz ab dem dritten Schwanzwirbel kupiert. Die Haut strafft sich durch die Vernarbung, so dass sich keine Maden mehr auf der nun glatten Fläche ansiedeln können. Weder während des Eingriffs noch danach werden Schmerzmittel verabreicht." Studien zeigen, dass die Schafe noch 113 Tage nach dem Eingriff vor ihren Peinigern flüchten, so traumatisierend ist das Erlebnis.
  • Chemische Sheep Dips: Zur Schädlingsbekämpfung werden Schafe kopfunter in Becken mit chemischen Lösungen aus Insektiziden und Fungiziden getaucht. Der harmlos klingende Begriff "Sheep Dip" stellt dabei für die Schafe eine unangenehme Tortur dar und einige der dabei verwendeten Chemikalien werden als für den Menschen hochgiftig beschrieben. Die Rückstände in der Wolle können über die Haut in den Körper des Menschen gelangen und so gesundheitliche Schäden verursachen. Auch für die ArbeiterInnen, die Sheep Dips durchführen, stellen sie Berichten der BBC und The Lancet zufolge ein Gesundheitsrisiko dar.
  • Schlachttransporte: Sie spielen nicht nur bei wegen ihres Fleisches gezüchteten Tieren, sondern auch bei alten, nicht mehr benötigten Schafen aus der Wollproduktion eine Rolle. Berichten zufolge verschifft Australien jährlich mehrere Millionen Schafe in Länder des Mittleren Ostens, da die Schlachtung dort billiger ist als im eigenen Land. Laut The Independent dauert ein solcher Transport ca. 32 Tage, wobei sich drei Schafe einen Quadratmeter teilen müssen. Viele Tiere ersticken bereits qualvoll bevor sie überhaupt den Schlachthof erreichen.

Was wird gegen Mulesing unternommen

In Neuseeland wurde Mulesing inzwischen per Gesetz verboten. In Patagonien wird es nicht praktiziert, da es dort klimatisch bedingt keinen Fliegenmadenbefall gibt. Es gibt auch bereits Verbände wie ZQUE in Neuseeland oder Ovis21 in Patagonien, die sich auf den Vertrieb von Mulesing-freier Wolle spezialisiert haben. Auch in Australien gibt es erste Ansätze für Mulesing-freie Wolle. Trotzdem gilt das kostengünstige Mulesing dort noch immer als Standard-Behandlung und wird bei der Mehrzahl der Schafe praktiziert. Australien liefert ca. 90% aller Merinowolle weltweit.

Wenn ich als StrickerIn oder HäklerIn also zu einem konventionell hergestellten Merino-Wollknäuel greife, heißt das, dass dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Australien und damit von Schafen stammt, die mit Mulesing behandelt wurden.

Viele bekannte Unternehmen haben sich bereits ausdrücklich von Mulesing und von Textilien, die aus Mulesing-Wolle hergestellt werden, distanziert.

Das ist gut, aber was ist mit den anderen der oben genannten Aspekte?

Wie Rosy Green Wool hilft

Wir haben Rosy Green Wool gegründet, weil wir es wichtig finden, dass den Tieren, die uns ihre wunderbare Wolle geben, die angemessene Wertschätzung entgegengebracht und ein artgerechtes, gutes Leben ermöglicht wird.

Mulesing-freie Wolle zu verwenden ist dabei ein ganz wesentlicher Schritt. Aber das alleine reicht uns noch nicht. Wir haben uns deshalb für die Zertifizierung unserer gesamten Produktionskette durch den Global Organic Textile Standard (GOTS) entschieden.

International tätige Zertifizierungsstellen kontrollieren dabei regelmäßig, dass

  • die Tiere nach kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) artgerecht gehalten werden
  • kein Mulesing praktiziert wird
  • keine Sheep Dips mit für den Menschen giftigen Pestiziden stattfinden
  • die Tiere keine wochenlangen Schlachttransporte unter grausamen Bedingungen erleiden müssen

Mit dem GOTS-Siegel können wir unseren Kunden diesbezüglich eine Sicherheit und Transparenz bieten, die in dieser Form bisher kein anderer Anbieter von Merino-Handstrickgarnen liefert.

Und das GOTS-Siegel hat noch viele weitere Vorteile für Mensch und Natur!

Schutz seltener und vom Aussterben bedrohter Arten

Im Lauf unserer Arbeit mit Schafwolle ist uns bewusst geworden, dass es noch einen anderen wichtigen Bereich gibt, wo dringend Hilfe benötigt wird: Viele alte Schafrassen sind vom Aussterben bedroht, weil sie den heutigen kommerziellen Anforderungen nicht mehr genügen.

Organisationen wie der Rare Breeds Survival Trust (RBST) in Großbritannien oder die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) in Deutschland sind deshalb dringend auf Unterstützung angewiesen.

Wir von Rosy Green Wool haben uns dazu etwas Besonderes ausgedacht: eine Jahrgangswolle mit Angabe des Terroirs von den seltenen Schafarten Manx Loaghtan und Hebridean. Um den Wert dieser Rarität zum Ausdruck zu bringen, haben wir jeden Strang einzeln nummeriert. Das Garn macht nicht nur beim Stricken und Tragen Freude, sondern ermöglicht es, auf einfache Art einen eigenen Beitrag zum Artenschutz zu leisten: Denn mit einem Teil jedes verkauften Wollstrangs unterstützen wir den RBST bei der Arbeit zum Erhalt vom Aussterben bedrohter Schafrassen.

Da die Manx Loaghtan und Hebridean in England gezüchtet werden, müssen sie zwar kein Mulesing befürchten, doch einige der oben genannten Aspekte, wie Sheep Dips und nicht artgerechte Haltung, können sie genauso betreffen. Daher beziehen wir auch unsere Manx und Heb Wolle ausschließlich aus kontrolliert biologischer Tierhaltung und das fertige Garn ist, wie alle unsere Garne, GOTS-zertifiziert.

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